ZADAR, Hafenstadt in Norddalmatien; 76343 Einw. Die Stadt entwickelte
sich auf einer geschützt gelegenen Landzunge mit natürlichem
Hafen und verband sich frühzeitig, dank der günstigen Verkehrsverbindungen,
mit dem Hinterland. Die Lage Zadars gewährte eine optimale Verbindung
zwischen den Hochseerouten aus Ravenna, Venedig und Triest und
den ostadriatischen Schiffsrouten. Nach der Bewältigung der Hochseerouten
und vor Antritt der Weiterreise durch die inselreiche Ostadria
bot der Hafen von Zadar Erholung, während deren die Zeit für
Schiffsreparaturen und Proviantaufnahme genutzt wurde. Mit der
Entwicklung der Dampf- und Motorschiffahrt wurde der Hafen für
große Schiffe zu schmal und zu seicht. Durch die Konzentration
des Verkehrs in den nordadriatischen Häfen und die Entwicklung
von Split und Sibenik verlor Zadar allmählich seine Vorrangstellung.
Der Bau von Verkehrsverbindungen (Adria-Küstenstraße 1959; Bahnlinie
Knin_Zadar 1966) bringt die Vorteile der geographischen Lage
Zadars mit dem Hafen GaZenica (1968) und dem Flughafen (1969)
erneut zur Geltung.
Die Lage der Stadt in flachem Küstengebiet wirkt sich nachhaltig
auf die hiesigen Klimaverhältnisse aus. Die mittlere Lufttemperatur
beträgt im Juli 25 °C, im Januar 6,5 °C; 200 heitere Tage im
Jahr. Deswegen überwiegt mediterrane Vegetation (in den Stadtparks
gedeihen exotische und subtropische Pflanzen).
Der älteste Teil der Stadt entstand im Nordwesten der (4 km
langen und durchschnittlich 500 m breiten) Halbinsel, die die
Jazine-Bucht und den Alten Hafen abschließt. Die neuen Wohnviertel
VoStarnica und Brodarica liegen überwiegend am Nordostufer des
Alten Hafens, außerhalb des altern Stadtkerns auf der Halbinsel.
Im Nordwesten der Stadt liegt die Touristensiedlung Borik mit
Hotels und Gaststätten. Im Süd-osten, am GaZenica-Hafen, entwickelt
sich eine neue Hafen- und Industriezone.
In Zadar wirken viele Kultureinrichtungen: eine Philosophische
Fakultät (1956), ein Historisches Archiv (Zentralarchiv für Dalmatien,
1625), ein Institut der Kroatischen Akademie der Wissenschaften
und Künste (HAZU), viele Museen, eine ständige Ausstellung sakraler
Kunst (1976); alljährlich finden in der Donatuskirche Musikabende
statt (seit 1961). Fährverbindung nach Preko, Zaglav, Mali LoSinj,
Rijeka, Split, Dubrovnik und Ancona. Der Flughafen Zadar liegt
bei Zemunik Donji.
Zadar und die dazugehörige Fremdenverkehrsregion nehmen eine
zentrale Lage an der kroatischen Adriaküste ein, die hier am
reichsten gegliedert ist und eine Vielzahl malerischer Inseln
aufweist. In der näheren und weiteren Umgebung liegen die Nationalparks
Plitvicer Seen, Paklenica, Krka und Kornati-Inseln, der Naturpark
TelaSCica sowie mehr als 300 Inseln und Inselchen des Zadar vorgelagerten
Archipels. Die Naturschönheiten, die zahlreichen Buchten und
Strände, die Kultur- und Geschichtsdenkmäler, das vielfältige
gastronomische Angebot mit auserlesenen einheimischen Spezialitäten
_ all dies macht Zadar und seine Umgebung zu einem der attraktivsten
Fremdenverkehrsgebiete Kroatiens.
Der Tourismus hat in Zadar eine lange Tradition. In den Annalen
der Stadt ist vermerkt, daß eine Wiener Reisegruppe im Juni 1879
die Stadt Zadar besuchte; 1892 wurde eine Gesellschaft zur Verschönerung
der Stadt gegründet (sie wirkte bis 1918). 1899 ist das Gründungsjahr
der Alpinistischen und touristischen Gesellschaft “Liburnija”.
Im März des Jahres 1902 wurde das Hotel Bristol, das heutige
Hotel Zagreb, eröffnet.
Den touristischen Reiz Zadars und seiner Umgebung machen die
vielfältigen Möglichkeiten für Nautiker, aber auch für “Festlandgäste”
aus: gute Unterkunft, eine vorzügliche Gastronomie, herrliche
Naturlandschaft mit Stränden und Promenaden, Ausflüge in die
nähere und weitere Umgebung, ein reiches Denkmalserbe, interessante
Kunst- und Kulturveranstaltungen, aber auch gute Unterhaltung.
Der historische Stadtkern ist ein lohnendes Ziel für all jene,
die Interesse für Geschichte und Kultur haben. Die Donatuskirche,
das Wahrzeichen der Stadt, muß man gesehen haben, ebenso die
Museen Zadars: das (1830 gegründete) Archäologische Museum, mit
etwa 80.000 Exponaten von der Steinzeit bis zum Ende des Mittelalters
eines der bedeutendsten im Lande; das Volksmuseum mit Kunstgalerie
und naturkundlicher Abteilung; das Seefahrtsmuseum, das die Entwicklung
der Seefahrt in Norddalmatien dokumentiert; die ständige Ausstellung
sakraler kirchlicher Kunst mit etwa 1000 wertvollen Exponaten
aus vergangenen Jahrhunderten, bekannt unter der populären Bezeichnung
“Das Gold und Silber Zadars”.
In den zahlreichen Restaurants und Weinschenken der Stadt sollte
man die einheimischen Spezialitäten kosten. Von den Getränken
sollte man unbedingt den Maraschino probieren, der bereits im
19. Jh. an den Höfen in London, Wien und Moskau beliebt war;
der Likör wird seit 1821 in Zadar hergestellt. Das Freizeit-
und Sportangebot ist erstklassig: zur Verfügung stehen viele
Tennis-, Fußball-, Basketball- und Handballplätze; es können
ferner verschiedene Wassersportarten wie Segeln, Surfen, Rudern,
Tauchen und die Sportfischerei betrieben werden.
Kunst und Kultur werden ebenfalls großgeschrieben. Tradition
haben die Musikabende in der Donatuskirche (alte Musik), das
Festival des neuen Theaters, der Theatersommer von Zadar sowie
verschiedene Veranstaltungen im Bereich der bildenden Künste.
Gefeiert wird der Chrysogonus-Tag, gleichzeitig auch das Stadtfest
von Zadar (24. November).
Ausflüge werden regelmäßig organisiert.
Zadar bietet Nautikern gute Dienstleistungen. Der Jachthafen
Borik liegt innerhalb des Hotelkomplexes Borik an der gleichnamigen
Bucht; er hat 200 Liegeplätze im Meer und weitere 200 an Land
und verfügt auch über eine Charter-Flotte.
Der Jachthafen Tankerkomerc Zadar liegt im Stadthafen; er hat
300 Liegeplätze im Meer und weitere 200 an Land.
Geschichte
In römischen Quellen Jader (Jadera), bei Konstantin Porphyrogennetos
im 10. Jh. Diadora. Nach 59 v. Chr. war Zadar römisches Munizipium,
ab 48 v. Chr. eine Kolonie römischer Bürger. Ihre Autonomie konnte
die Stadt durch das ganze Mittelalter hindurch bewahren. Nach
dem Niedergang des Weströmischen Reiches und der Zerstörung Salonas
zu Beginn des 7. Jh. wurde Zadar Hauptstadt des byzantinischen
Themas Dalmatien und Sitz eines Statthalters. Zu Beginn des 9.
Jh. fiel Zadar unter fränkische Herrschaft, wurde 812 jedoch
durch den Aachener Frieden erneut byzantinisch. Im 10. und besonders
im 11. Jh. haben kroatische Herrscher die eigentliche Herrschaft
über die Stadt inne. Nach der Anerkennung des ersten ungarisch-kroatischen
Königs Koloman führte Zadar häufige Kämpfe mit Venedig. 1117
besuchte Papst Alexander III. die Stadt. Historische Quellen
besagen, daß die Bewohner Zadars den Papst mit Gesängen “in ihrer
slawischen Sprache” empfingen. Im Jahr 1202 wurde Zadar von den
Venezianern mit Hilfe der Kreuzritter erobert, nach wiederholten
Kämpfen unterwarf sich die Stadt 1205. Nach mehreren Aufständen
gelangte Zadar in den Besitz des ungarisch-kroatischen Königs
Ludwig I. (Friede von Zadar, 1358). Nach dessen Tod herrschte
König Sigismund, danach Ladislaus von Neapel, der 1409 Zadar
und “seine Rechte” auf Dalmatien an Venedig verkaufte. Es begann
der allmähliche Verfall der Stadt, da die Venezianer die politische
und wirtschaftliche Autonomie Zadars sehr einschränkten. Als
die Türken zu Beginn des 16. Jh. das Hinterland eroberten, wurde
die Stadt zu einer starken Festung, die den venezianischen Handel
an der Adria sicherte und als Verwaltungszentrum für die venezianischen
Besitztümer in Dalmatien diente. Als kultureller Mittelpunkt
war Zadar besonders im 15. und 16. Jh. von Bedeutung, als viele
Autoren ihre Werke in kroatischer Sprache verfaßten. Dazu gehörten
Jerolim VidoliC, Petar ZoraniC, Brne KrnarutiC, Juraj BarakoviC,
Sime BudiniC. Nach dem Fall Venedigs (1797) war Zadar bis 1918
in österreichischem Besitz, ausgenommen die Zeit der französischen
Besetzung (1805_13), und blieb weiterhin die Hauptstadt Dalmatiens.
Zur Zeit der französischen Herrschaft erschien in Zadar die erste
Zeitung in kroatischer Sprache “Kraljski Dalmatin” (1806_10).
In der zweiten Hälfte des 19. Jh. war Zadar der Mittelpunkt der
kulturellen und nationalen Wiedergeburtsbewegung in Dalmatien.
Nach dem Rapallovertrag (1920) fiel Zadar an Italien; 1944 wurde
die Stadt an das Mutterland Kroatien angeschlossen.
Kulturerbe
Seine urbane Struktur erhielt Zadar bereits in der Römerzeit;
unter Cäsar wurde die Stadt befestigt und unter Augustus erhielt
sie eine Stadtmauer mit Türmen und vielen Toren auf der Festlandseite.
Im Westen der Stadt befanden sich das Forum, eine Basilika und
ein Tempel mit Säulenhalle (Reste sichtbar), und außerhalb der
Stadt ein Amphitheater und Friedhöfe. Teilweise erhalten ist
der Aquädukt, der Wasser aus Vrana in die Stadt leitete. Innerhalb
der antiken Stadtmauer bestand Zadar auch im Mittelalter fort,
als eine Reihe von Kirchen und Klöstern gebaut wurde. _ Im Laufe
des Mittelalters erhielt Zadar sein endgültiges Gepräge, das
sich bis heute erhalten hat. Im 2. Weltkrieg wurden ganze Häuserblöcke
bombardiert und zerstört; wenige Gebäude sind erhalten. – Im
16. Jh. befestigte Venedig die Stadt auf der Festlandseite: die
Mauern erhielten sechs fünfeckige Bastionen, und vor der Stadt
entstand eine große Festung (im heutigen Vladimir-Nazor-Park).
Zu dieser Zeit baute man auch drei große öffentliche Wasserspeicher.
In der ersten Hälfte des 16. Jh. setzte sich die Bautätigkeit
im Renaissancestil fort (Erneuerung der Marienkirche). Im 17.
und 18. Jh. wurden zwischen der Stadtmauer und der Festung Wehrgräben
ausgehoben (FoSa), die zur Zeit der italienischen Besetzung zugeschüttet
wurden. Obwohl die städtischen Befestigungsanlagen in der zweiten
Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jh. abgerissen wurden, kann
man den Verlauf der Mauern am Hafen und auf dem Festland, in
Resten auch um die ganze Stadt herum erkennen.
Der Anlegeplatz befindet sich im Alten Hafen, an der Liburnska
obala, die von einem Teil der alten Stadtmauer gesäumt wird.
Die Altstadt betritt man durch das sog. Kettentor (LanCana vrata),
von wo aus der Weg zum Drei-Brunnen-Platz führt. Hier befindet
sich eine große Zisterne mit drei Öffnungen, aus denen Wasser
geschöpft wurde (die Brunnenbecken sind erhalten). In der Mitte
des Parks sieht man die Kirche der Madonna vom Heil (ein Zentralbau
aus dem Jahr 1582), der im 18. Jh. ein Schiff hinzugefügt wurde,
das jedoch den Bombenangriffen im 2. Weltkrieg zum Opfer fiel.
Von hier aus führt die BoZidar-PetranoviC-Straße am ehemaligen,
erheblich umgebauten Klarissenkloster (rechts) vorbei und zum
Trg svetoga Franje mit der Franziskuskirche und dem Franziskanerkloster.
Die einschiffige gotische Kirche (von 1283) wurde mehrmals umgebaut,
besonders im 18. Jh. Hinter dem Hauptaltar sieht man das kunstvoll
geschnitzte Chorgestühl (eine Arbeit von Giacomo da Borgo Sansepolcro,
1394). In der Fortsetzung des Chors befindet sich die Sakristei;
hier wurde 1358 der Friede geschlossen, mit dem Venedig Dalmatien
freigab. Zu sehen ist ein gemaltes gotisches Polyptychon (ein
Werk von Dujmo VuSkoviC aus Split, 15. Jh.), das aus dem Franziska-nerkloster
in Ugljan stammt. Neben der Sakristei liegt die Schatzkammer
(großes romanisches bemaltes Kruzifix aus dem 12. Jh., ein Gemälde
von Leandro Bassano, altes Meßgeschirr, Urkunden, Inkunabeln
u.a.). Der Renaissance-Kreuzgang entstand 1556. Die FabijaniCeva-
und die Zanottijeva-Straße führen zur mittelalterlichen St.-Elias-Kirche,
die 1793 barockisiert wurde und einen Glockenturm erhielt; darin
wird eine größere Zahl von Ikonen aus dem 16._18. Jh. aufbewahrt.
Von der Kirche hat man einen schönen Blick auf das römische Forum
(90 x 45 m) mit den Resten von Säulenhallen und Tabernen (kleinen
Gasthäusern). Zu erkennen sind ebenfalls Teile des antiken Decumanus,
unter dem die Hauptkloake der Stadt verlief. Auf dem Forum ist
eine 14 m hohe antike Säule erhalten (daran eine Tafel mit Flechtwerkmotiven),
die vom Mittelalter bis zum Jahr 1840 als Schandpfahl diente.
Auf der Nordseite des aufgeschütteten Forums erblickt man das
monumentalste Bauwerk des kroatischen Frühmittelalters (Höhe
27 m): die Dreifaltigkeitskirche, später in St. Donatus umbenannt
– nach dem Bischof Donatus, der, wie die Überlieferung besagt,
die Kirche zu Beginn des 9. Jh. errichten ließ. Der Bau hat einen
runden Grundriß, drei Apsiden und im Obergeschoß eine Galerie
_ das Matronäum. In die Mauern sind viele antike Fragmente eingebaut
(Inschriften, Säulen, Opfersteine u.a.). Neben der Donatuskirche
steht das Bischofspalais, ein sehr altes Gebäude, das in der
Romanik, Gotik und Renaissance umgebaut wurde; die heutige Fassade
geht auf das Jahr 1830 zurück. Auf der Ostseite des einstigen
Forums entstanden (wahrscheinlich im 10. Jh.) die Kirche und
das Kloster der Benediktinerinnen. An der Stelle der einstigen
Marienkirche errichtete man 1091 eine dreischiffige Basilika.
1507 schuf der KorCulaner Nikola SpaniC die Stirnseite und die
Südmauer; im Inneren sind reichverzierte Barockstukkaturen aus
dem Jahr 1744 zu sehen. Neben der Kirche erhebt sich ein romanischer
Glockenturm, den (laut der am Turm zu erkennenden Inschrift)
der ungarisch-kroatische König Koloman zu Beginn des 12. Jh.
erbauen ließ. In der Kapelle im Obergeschoß des Glockenturms
sind Reste von Wandmalereien aus dem 12. Jh. zu erkennen; an
vier Kapitellen ist der Name des Königs Koloman eingemeißelt.
In dem romanischen (später umgebauten) Kapitelsaal befindet sich
die Gruft der Vekenega, der Tochter der Patrizierin Cika, die
1066 Kirche und Kloster erneuern ließ. Im 2. Weltkrieg wurde
das Kloster zerstört; die Kirche (auf der Altarmensa eine Inschrift
mit den Namen Cikas und des Königs Petar KreSimir IV.; eine Pieta
aus dem 15. Jh.), der Glockenturm und der Kapitelsaal wurden
erneuert. Nahe der Kreuzung von Decumanus und Cardo (heute die
Straße Siroka ulica) steht die Kathedrale St. Anastasia, eine
dreischiffige romanische Basilika aus dem 12._13. Jh., eigentlich
eine umgebaute frühchristliche Basilika. Die Fassade zieren Blendbogenreihen
und in der Mitte eine im 20. Jh. restaurierte Rosette. Unter
dem Presbyterium liegt die dreischiffige Kirche St. Barbara.
In den Apsiden sind Spuren von Fresken aus dem 13. Jh. zu erkennen.
Im Presbyterium sind romanische Marmorsessel aus dem 12._13.
Jh. und gotisches Chorgestühl (1418_50) erhalten. In den Hauptaltar
wurden Teile der Chorschranke aus dem 9. Jh. eingebaut; über
dem Altar sieht man ein gotisches Ziborium (Baldachin) von 1332.
Das Erdgeschoß und das erste Stockwerk des Glockenturms entstanden
im 15. Jh., die oberen Stockwerke ließ T. G. Jackson 1892 nach
dem Vorbild des Doms in Rab erbauen. Neben der Kathedrale befindet
sich das Gebäude des Glagolitischen Seminars, gegründet von Erzbischof
Vicko ZmajeviC (1748 abgeschlossen). Am Trg opatice Cike befindet
sich das Archäologische Museum. Der einstige Decumanus endet
am Nordwestufer mit dem Chrysogonus-Tor, dessen heutige Form
auf das Jahr 1571 zurückgeht (Inschrift). Unweit davon steht
die romanische Chrysogonuskirche, die 1175 eingeweiht wurde und
zum Benediktinerkloster gehörte. Die Hauptapsis weist an der
Außenseite eine dekorative Galerie mit gegliederten Bögen und
kleinen Säulen auf. In den Seitenapsiden sind Fragmente von Wandmalereien
aus dem 13./14. Jh. erhalten. Gegenüber der Südseite der Kirche
liegt ein weiterer interessanter Kirchenbau, die kleine zweischiffige
Peterskirche, die auf ein Gebäude aus altchristlicher Zeit mit
Freskenspuren zurückgeht. Daran schließt die im 18. Jh. teilweise
erneuerte Marcellenkirche (früher St. Andreas) an. Die Hrvoje-VukCiC-HrvatiniC-Straße
führt am Marktplatz vorbei, von dem aus man einen Teil der monumentalen
Fassade (1600) der Mariä-Himmelfahrts-Kirche sieht, deren Umbau
unvollendet geblieben ist. Erhalten sind u.a. ein Teil der Stirnseite
aus der Übergangszeit von der Gotik zur Renaissance, ein Werk
von Petar BrCiC (1972_78), und die St.-Rochus-Kapelle (1508).
Setzt man den Weg durch die Grisogonova-Straße fort, gelangt
man zum einstigen Ostende der venezianischen Mauern. Hier liegt
das kleine romanische Palais Grisogono Vovo, das im Stil der
Spätgotik umgebaut wurde. In der Nähe liegt der Petar-ZoraniC-Platz
mit Resten eines römischen Triumphbogens aus der Zeit des Kaisers
Trajan. Auf dem Platz wurde im 18. Jh. eine Säule aus einem antiken
Tempel des Forums aufgestellt. Daran schließt der etwas höher
liegende Fünf-Brunnen-Platz an. Zur Zeit der türkischen Vorstöße
entstand hier ein großer Wasserspeicher mit fünf Brunnen, aus
denen man Wasser schöpfen konnte. Auf der Nordseite dieses Platzes
steht die im Grundriß fünfeckige Bastion Babina kula mit Resten
der mittelalterlichen Stadtmauer. Die Nordseite des Petar-ZoraniC-Platzes
und die Westseite des Simun-BudiniC-Platzes nimmt der monumentale
Statthalterpalast (17._18. Jh.) ein. Gegenüber dem Palast steht
die Simeonskirche, entstanden durch Erweiterung der einstigen
altchristlichen Stephanskirche; der Bau weist Stilelemente aus
Gotik, Renaissance und (überwiegend) Barock auf. 1632 wurden
die Reliquien und der Sarkophag des hl. Simeon (13. Jh.) aus
der Marienkirche hierhergebracht. In der Kirche wird außerdem
die (rund 250 kg schwere) Silbertruhe des hl. Simeon aufbewahrt,
welche Jelisava, die Gemahlin des ungarisch-kroatischen Königs
Ludwigs I., anfertigen ließ. Die Truhe ist ein Werk des Franz
von Mailand (1380). Als Verzierung trägt sie Reliefs mit Darstellungen
aus der Simeonslegende sowie Szenen, die den Einzug König Ludwigs
in Zadar zeigen. In der Andrija-MeduliC-Straße, im ehemaligen
Statthalterpalast, sind heute die Kunstgalerie, das Naturkundemuseum
und die Stadtbibliothek untergebracht. Gegenüber liegt das einstige
Zeughaus (der Palast des Großkapitäns), von dem aus der Weg nach
Südosten zum Landtor führt. Das Tor wurde 1543 nach Entwürfen
von Michele Sammicheli im Renaissancestil geschaffenen und hat
die Form eines Triumphbogens mit drei Toren. Dem Landtor gegenüber
stand ab dem 16. Jh. die Zitadelle, die den Zugang zur Stadt
vom Festland her bewachte (Mauerreste im Königin-Jelena-Park).
Neben dem kleinen Hafenbecken FoSa führt ein Pflasterweg an der
monumentalen Stadtmauer entlang und endet am Ufer, das den Namen
des Königs Petar KreSimir IV. trägt – eine etwa 1 km lange Parkpromenade
auf der Westseite der Halbinsel. In den zwei großen Gebäudeflügeln
des einstigen St.-Demetrius-Instituts sind heute das (1624 gegründete)
Historische Archiv, die Philosophische Fakultät und das Institut
der Kroatischen Akademie der Wissenschaften und Künste (HAZU)
untergebracht. Durch die RuDer-BoSkoviC-Straße gelangt man zur
Spiro-Brusina-Straße mit dem Dominikanerkloster und der gotischen
Dominikuskirche, die 1280 errichtet und 1807 umgebaut und in
eine Kaserne verwandelt wurde. Gegenüber sieht man den Nassi-Palast
(Portal und Fensterrahmen im Stil der venezianischen Gotik) und
an der Ecke der KlaiCeva-Straße das Kloster der glagolitischen
Franziskaner mit der Michaeliskirche, erbaut 1389 zum Teil nach
Plänen des Baumeisters Andrija Desino aus Zadar. Das Relief (14.
Jh.) am Portal zeigt den hl. Michael zwischen der hl. Anastasia
und dem hl. Chrysogonus stehend; im Kircheninneren ist ein bemaltes
Kruzifix (12. Jh.) zu sehen. Die KlaiCeva-Straße endet am Narodni
trg (Volksplatz), dem Mittelpunkt des öffentlichen Lebens der
Stadt von der Renaissance bis heute. An seiner Nordseite sieht
man die Loggia der Stadtwache (1562); der Glockenturm wurde zu
Beginn des 20. Jh. errichtet. Hier ist das Volkskundemuseum untergebracht.
Daran lehnt sich die größtenteils erhaltene frühromanische Laurentiuskirche
mit Atrium an. Die Südseite des Volksplatzes säumt die seit dem
13. Jh. erwähnte Stadtloge, die 1565 in Anlehnung an ähnliche
Werke M. Sammichelis wiederaufgebaut und nach schweren Beschädigungen
im 2. Weltkrieg restauriert wurde. Durch das Neue Tor (Nova vrata
_ in der zweiten Hälfte des 19. Jh. in die Stadtmauer eingelassen)
gelangt man zum König-Tomislav-Ufer, das an dieser Stelle des
Alten Hafens durch eine Brücke mit den einstigen Vorstädten VoStarnica
und Brodarica (Industiebetriebe und neuere Wohnsiedlungen) verbunden
ist. Von hier aus führen Straßen nach Nin, Diklo und zur Landzunge
Puntamika.
Allgemeine Informationen
SUKOSAN, kleine Hafenortschaft an einer weiten Bucht (Luka
SukoSan), 11 km südöstlich von Zadar; 2275 Einw. – Die wahrscheinlich
im 11. Jh. errichtete Pfarrkirche St. Cassianus (Fragmente mit
Motiven der Flechtwerkornamentik) bekam im 17. Jh. ihr heutiges
Aussehen. Auf dem Ortsfriedhof steht eine kleine Kirche aus dem
17. Jh.; an den Türeinfassungen und an der Vorderfront Spolien
mit Flechtwerkornamentik zu sehen. _ Auf der kleinen Insel in
der Bucht findet man Mauerreste eines Ansitzes (15. Jh.), der
von den Erzbischöfen von Zadar als Sommerfrische genutzt wurde.
Auf dem BribirCina-Kap entdeckt man Reste einer mittelalterlichen
Festung, die von den Fürsten von Bribir errichtet wurde. Etwa
3,5 km nordöstlich des Orts steht an der Straße eine mittelalterliche
Kapelle; daneben ein alter Friedhof.
Die Anfänge des organisierten Fremdenverkehrs gehen zurück in
die fünfziger Jahre.
Sukosan, an einer weiten Bucht gelegen, zeichnet sich aus durch
schöne Sandstrände. Im Ort greifen traditionelle schmale Gassen
und bequeme Spazierwege ineinander. In den vielen Restaurants
und Gaststätten kann man gut essen und trinken.
Im Ort werden alte Bräuche gepflegt, so vor allem der Tag des
hl. Cassianus, des Schutzheiligen von SukoSan (13. August). Für
Unterhaltung ist ebenfalls gesorgt _ die alljährlichen “Nächte
von SukoSan”. Zur Faschingszeit sind die “luZari”, nur für SukoSan
typische Masken und Verkleidungen, besonders interessant.
Der Jachthafen Zlatna luka in der Nähe von SukoSan, einer der
größten an der Adria, hat 1200 Liegeplätze im Meer, für Jachten
bis zu 15 m Länge und 4 m Tiefgang, und 600 Liegeplätze an Land,
davon 200 überdacht.
Im Jachthafen, der das ganze Jahr über geöffnet ist, gibt es
auch ein Hotel.
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